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Rat und Tat - Checkliste beim Kauf einer Eigentumswohnung

Soll der Kauf einer Eigentumswohnung und der Traum von den eigenen vier Wänden nicht zum Alptraum worden, heißt es: Erst prüfen, dann unterschreiben.

Mieten oder kaufen?
Lassen Sie sich nicht durch den Slogan täuschen "Nie mehr Miete zahlen". Zwar zahlt ein Wohnungseigentümer keine "Miete", aber neben Zins- und Tilgungszahlungen muss er jeden Monat sein "Hausgeld" zahlen - für Heizung, Strom, Wasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung ebenso wie für Reparaturen in der Wohnung und im Gebäude.

Erst kaufen, wenn man es sich leisten kann
Eine Eigentumswohnung sollte man erst erwerben, wenn man es sich "leisten" kann. Dabei sollte man nicht nur an heute, sondern auch an morgen denken. Ohne finanzielles "Polster" geht es nicht. Fallen staatliche Zuschüsse wie Eigenheimzulage und Baukindergeld nach 8 Jahren weg, oder steigt der Zinssatz für die Hypothek auch nur um ein Prozent, müssen einige "Tausender" zusätzlich "aufgefangen" werden. Stets sollte mindestens ein Viertel des Kaufpreises durch Eigenkapital aufgebracht werden. Die 100 Prozent-Fremdfinanzierungen sind immer ein Risiko. Vorsicht zudem vor überhöhten Kaufpreisen - ein Vergleich ver­schiedener Objekte kann nie schaden.

Auf die Lage, Größe und Ausstattung kommt es an
Neben der Finanzierbarkeit spielen vor allem Lage, Größe und Ausstattung eine entschei­dende Rolle. Daher sollte man nie eine Wohnung kaufen, die man vorher nicht selber gesehen hat. Kein Prospekt zeigt den Müllcontainer oder die Garagenzufahrt direkt vor dem Schlafzimmerfenster. Die Wohnung sollte den individuellen Bedürfnissen angepasst sein und nicht umgekehrt.

Vermietung und Wiederverkauf: Für Kapitalanleger entscheidend
Wer eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage zur eigenen Altersvorsorge erwirbt, sollte in erster Linie zwar auch auf Lage, Größe und Ausstattung der Wohnung achten, dies aber unter dem Gesichtspunkt der langfristigen Vermietbarkeit und Weiterveräußerung.
In "Platten- und Wohnsilos" oder auf der "grünen Wiese" muss zwar heute noch mancher not­gedrungen wohnen, doch in zehn Jahren werden diese Wohnungen kaum noch zu vermieten und noch weniger zu verkaufen sein.

Achtung Risiko: Abschreibungsmodelle und Mietgarantie
Steuervorteile sind zwar ein treffliches Werbeargument, doch setzen sie erst einmal ein ent­sprechend hohes Einkommen voraus, sind im übrigen aber vor allem ebenfalls zeitlich befristet.
Noch größere Vorsicht ist bei "Mietgarantien" angebracht. Nur selten halten diese "Kapitalanlagen", was sie Versprechen. Meist wird nur eine kurzfristige "Garantie" gegeben. Zudem bleibt nach Abzug sämtlicher Bewirtschaftungskosten von der "Garantie" -Miete nur allzu oft kein Pfennig übrig, um Zins und Tilgung für die Fremdfinanzierung zu zahlen.

Hände weg von 140-Prozent-Finanzierung
Der Gang zum Konkursrichter ist vorprogrammiert, wenn bei überhöhten Kaufpreisen neben der Miet- "Garantie" noch eine vollständige Fremdfinanzierung angeboten wird. Solche 130- oder 140-Prozent-Finanzierungen lassen dem Erwerber in der Regel keine Chance, sein eingesetztes Kapital zu retten.

Zusätzliche Kosten bei Umwandlungs- und Privatisierungsobjekten
Bei umgewandelten und privatisierten Mietwohnungen besteht ein weiteres Risiko darin, dass für nachträgliche Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen bereits häufig kurz nach Erwerb zusätzliche Kosten entstehen, für die alle Wohnungseigentümer anteilig aufzukommen haben.

Fallen dann Eigentümer wegen Zahlungsunfähigkeit aus, müssen die anderen Eigentümer "mitzahlen".                                                         

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